1.04.12

Princess Kasune Zulu im Interview

 

Princess Kasune Zulu kämpft für 15 Millionen AIDS-Waisen und reist dafür von afrikanischen Dörfern bis zum Weißen Haus. Ihre Geschichte erzählt sie im gerade erschienenen Buch "Mein Herz für Afrika".


Wie sind Sie zu dem Namen Princess gekommen?


Der sambischen Tradition entsprechend haben mir meine Eltern eine Woche nach der Geburt diesen Namen gegeben, während sie meine Nabelschnur unter einem Baum begruben. Dort gab mein Vater bekannt: „Ihr Name ist Prinzessin. Sie wird eine Prinzessin unter Prinzessinnen sein. Sie wird sich mit den Mächtigen der Welt treffen.“ Es ist erstaunlich, dass mein Vater solche Einblicke in meine Zukunft hatte, als ich gerade eine Woche alt war.

Mein Vater wählte den Namen Prinzessin auch deswegen, weil unter seinen Vorfahren zwei sambische Stammesälteste sind, die traditionellen Führer meines Landes. Der Name Prinzessin ist also durchaus auch ein Hinweis auf die königlichen Abstammung.


Was sind Ihre frühesten Erinnerungen an die mysteriöse Krankheit HIV?


1984 wurde meine kleine Schwester Linda geboren, die ich sofort ins Herz schloss. Sie starb, bevor sie überhaupt laufen lernen konnte. Meine Eltern verloren selbst immer mehr Gewicht und starben kurz darauf ebenfalls. Heute weiß ich, dass das die ersten Todeswellen eines Virus waren, das meinen Kontinent erschüttern sollte und fünfzehn Millionen Kinder weltweit als Waisen zurücklassen würde.


Warum haben Sie sich dazu entschlossen, Ihre Geschichte im Buch „Mein Herz für Afrika“ zu erzählen?

Ich wollte AIDS fassbar machen, den Statistiken ein menschliches Gesicht und einen Namen geben. Es ist sonst schwierig sich vorzustellen, wie sehr HIV und Armut meinen Kontinent im Griff haben. Die Lebenserwartung in Sambia beträgt heute gerade einmal 40 Jahre. AIDS löscht eine ganze Generation von Eltern, Lehrern, Bauern, Ärzten und Krankenschwestern aus. Was haben unsere Kinder für eine Zukunft, wenn sie ohne Hilfe alleine gelassen werden? Ich bin überzeugt davon, dass ich die Pflicht habe meine Geschichte zu erzählen, das Schweigen und das Stigma zu brechen, das mit HIV und AIDS verbunden ist.

Indem ich meine Geschichte erzähle, möchte ich Menschen Hoffnung geben und sie dazu inspirieren, mit Güte, Liebe und Mitgefühl zu handeln. AIDS und Armut sind in einer tödlichen Umklammerung miteinander verbunden. Wenn wir dieses Duo bekämpfen, kann uns das verbinden und das Gute im Menschen hervorbringen.
  

Die Geschichte von Princess Kasune Zulu können Sie in  "Mein Herz für Afrika" nachlesen.