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Einen Herzschlag entfernt
Die Geschichte einer Mutter, die für das Leben ihres Sohnes kämpfte

Tracie Frank Mayer brachte ihren Sohn Marc mit nur einer Herzkammer zur Welt - das war im Jahr 1984. Sie war gerade aus den USA nach Deutschland gezogen und hatte den deutschen Vater ihres Kindes geheiratet. Im Krankenhaus sagte man ihnen, es gäbe keine Operation, die Marc retten könne. „Lassen Sie ihren Sohn sterben“, lautete die Hiobsbotschaft des behandelnden Arztes.

Trotz ihrer Ängste und Verzweiflung nahm Tracie Frank Mayer all ihren Mut zusammen und machte sich auf die Reise zu Kardiologen, die Marc operieren würden. Ein Kardiologe in Boston rettete ihm schließlich das Leben. Heute lebt Marc mit einem sogenannten „Fontankreislauf“, der ihm ein normales Leben ermöglicht - und er liebt Flyboarding!

„Einen Herzschlag entfernt. Die Geschichte einer Mutter, die für das Leben ihres Sohnes kämpfte“ erzählt von Liebe, Rebellion und Vertrauen in sich selbst - leidenschaftlich und humorvoll. Es ist die inspirierende Story einer Frau, die ihre dunkelsten Gefühle überwindet, indem sie an ihrem Glauben festhält. Tracie Frank Mayer hat nicht nur das Leben ihres Sohnes gerettet, sondern auch ihre eigene glückliche Zukunft als Mutter.

Einen Herzschlag entfernt

Buch - Gebunden

Als Marc auf die Welt kam, wurde gesagt, dass er seine ersten Tage nicht überleben würde. Er ...

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Aus dem Vorwort des Buches:

Von Dr. med. Michael D. Freed

Während einige wichtige Organe im menschlichen Körper paarweise existieren, wie zum Beispiel Lungen und Nieren, gibt es von anderen nur ein einzelnes Exemplar, wie zum Beispiel den Magen, die Leber oder das Gehirn. Das Herz ist ein weiteres Einzelstück, und auch seine Anatomie ist einzigartig. Es besteht aus zwei durch die Herzscheidewand voneinander getrennten, im gleichen Takt schlagenden Pumpen. Zusammen bilden die beiden Hälften, jede mit ihrer eigenen Aufgabe, eine Einheit mit einer perfekt aufeinander abgestimmten Arbeitsweise. Es gibt zwei Vorhöfe (Atrien), zwei Herzkammern (Ventrikel) und zwei große Blutgefäße: Von der linken Herzkammer geht die Aorta ab und von der rechten die Lungenarterie. In der Lunge nimmt das Blut Sauerstoff auf und transportiert ihn in den linken Vorhof des Herzens. Von dort gelangt das Blut in die linke Herzkammer und wird weiter durch die Aorta in die Arterien gepumpt. Die Arterien befördern das sauerstoffreiche Blut in die Organe und von dort weiter durch feinste Kapillaren in die Zellen. Sauerstoff, Nährstoffe und Hormone werden vom Blut an die Zellen abgegeben. Kohlendioxid und andere Abbauprodukte unseres Stoffwechsels werden vom Blut aufgenommen. Über die Venen gelangt das sauerstoffarme Blut zurück ins Herz. Über den rechten Vorhof wird es in die rechte Herzkammer transportiert und in die Lunge weitergeleitet, wo es Kohlendioxid abgibt, Sauerstoff aufnimmt, und der ganze Kreislauf von vorne beginnt.

Während sich das Herz in der Gebärmutter bei 99 Prozent der Fälle völlig normal entwickelt, kommt es bei einem Prozent zu Problemen. Diese Komplikationen betreffen üblicherweise eine der vier Herzklappen, ein Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Vorhöfen, ein Loch in der Trennwand zwischen den beiden Herzkammern, eine fehlerhafte Anbindung der Aorta und Lungenarterie an die Herzkammern oder eine Kombination von Schäden. Während wir einige Probleme auf bekannte Abnormitäten in den Chromosomen oder Genen zurückführen können, sind uns die Ursachen der meisten Defekte noch immer unbekannt.

 

Eher selten, vielleicht in einem von einhunderttausend Fällen, besteht das Problem darin, dass es nur ein Atrium, ein Ventrikel oder ein vom Herzen abgehendes Blutgefäß gibt. Durch eine gestörte Drehung der Ausflussbahn des Herzens in der Embryonalentwicklung kann es auch zu einer Verlagerung der Organe im Brust- und Bauchraum kommen. Diesen Defekt nennt man „Heterotaxie“.

In Marcs Fall bestand die Heterotaxie darin, dass alle zum Herzen zurückführenden systemischen Venen durch ein einziges gemeinsames Atrium gelangten, es nur ein einziges großes Ventrikel gab und ein einziges vom Herzen abführendes Blutgefäß, die Aorta. Die Lungenarterie, also die Schlagader, die normalerweise Blut vom Herzen zur Lunge transportiert, war bei Marc nicht mit dem Herzen verbunden. Bis in die 1970er Jahre hinein bedeuteten solche Defekte den sicheren Tod für das Baby. Er trat normalerweise in den ersten Wochen oder Monaten ein.

1944 entwickelten der Chirurg Alfred Blalock und die Kinderärztin Helen Taussig in den USA ein Operationsverfahren, bei dem ein Ast der Unterschlüsselbeinarterie oder der gemeinsamen Halsschlagader abgetrennt und mit der Lungenarterie verbunden wurde. Durch diese künstlich angelegte Umleitung floss mehr Blut durch das Lungengewebe. Diese Prozedur war jedoch kompliziert und wurde im Falle einer Heterotaxie ohne eine weitere Korrekturoperation für nutzlos befunden.

1971 entwickelte der französische Herzchirurg Francis Fontan in Bordeaux eine neue Operationsmethode, um bei Herzfehlern mit nur einer Hauptkammer das sauerstoffarme vom sauerstoffreichen Blut zu trennen. Dabei wurden die rechte Vorkammer oder die beiden großen Körpervenen direkt mit der Lungenarterie verbunden. Mit einigen Änderungen über die letzten fünfundvierzig Jahre hinweg ist die Fontan-Operation die Methode, die heute bei entsprechenden Herzfehlern angewandt wird. Sie wurde auch bei Marc durchgeführt. Der Eingriff bedeutet zwar keine Heilung, ist aber eine wirkungsvolle Palliativoperation, die dem Patienten eine Verbesserung seiner Situation verschafft. Dadurch wird Zehntausenden von Kindern auf der ganzen Welt ein nahezu normales Leben ermöglicht.

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