Das Medaillon (Buch - Gebunden)

Roman

5 Sterne

Warschau 1939. Die Stadt liegt in Trümmern. Um das Leben ihrer Tochter zu retten, trifft Rosa die schwerste Entscheidung ihres Lebens und schickt sie fort. All ihre Hoffnung, sie nach dem Krieg wiederzufinden, hängt an der Medaillonhälfte, die sie ihr um den Hals legt.

  • Artikel-Nr.: 396154000
  • Verlag: SCM Hänssler
  • Originaltitel: The Medallion
Auch erhältlich als:
Buch - Gebunden (diesen Artikel sehen Sie sich gerade an)
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Details

  • Artikel-Nr.: 396154000
  • Verlag: SCM Hänssler
  • Originaltitel: The Medallion
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Artikelinformationen

Artikelbeschreibung

Warschau 1939. Die Stadt liegt in Trümmern. Rosa and Itzhak hätten nie damit gerechnet, dass jemals irgendetwas ihre kleine Familie entzweien könnte. Aber die junge Mutter muss sich bald mit der furchtbaren Realität abfinden: Um das Leben ihrer Tochter zu retten, trifft sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens und schickt sie fort. All ihre Hoffnung, sie nach dem Krieg wiederzufinden, hängt an der Medaillonhälfte, die sie ihr um den Hals legt.
Eine bewegende Geschichte, inspiriert von Polens dunkelsten Tagen.

 

Stimmen zum Produkt
  • 5 5
    »Cathy Gohlke verwebt in ihrem Roman geschickt wahre Geschichten von heldenhaftem Mut und Aufopferung zu einer realistischen Darstellung aus dem Polen des Zweiten Weltkriegs. Das Medaillon ist eine atemberaubende Geschichte über unmögliche Entscheidungen und die bleibende Kraft des Glaubens und der Liebe.« LYNN AUSTIN, Bestsellerautorin


    »Das Medaillon ist eine wunderschön geschriebene Geschichte mit einer fesselnden Handlung, realistischen Charakteren und bewegenden Themen wie aufopfernde Liebe, Erlösung und Vergebung. Sehr empfehlenswert für Leser, die bereit sind, lange aufzubleiben, denn sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können!« CARRIE TURANSKY, Bestsellerautorin


    »Das Medaillon ist eine reiche Geschichte über die tiefste denkbare Liebe, die unmöglichsten Entscheidungen, die Entschlossenheit, mitten in lähmender Trauer weiterzuleben und andere zu lieben. Manche Geschichten haften in mir nur für eine gewisse Zeit, aber diese Charaktere - und die Stärke dieses wunderschön geschriebenen Romans - werden sich ein Leben lang in meinem Herzen festsetzen.« MELANIE DOBSON, preisgekrönte Autorin von Erinnerungen aus Glas

    »Die amerikanische Autorin spinnt um eine reale Situation aus dem Zweiten Weltkrieg eine fiktive Geschichte, die jedoch in der heutigen politischen Situation des Ukraine-Krieges mehr als gewollt unter die Haut kriecht. Der Hauptspielplatz ist das Warschauer Ghetto im Jahr 1939, wo es zu Grausamkeiten der Deutschen und Polen gegenüber den jüdischen Mitbürgern kommt. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Mutter, die eine schwere Entscheidung treffen muss, um das Leben ihrer Tochter zu retten. Viele Details werden geschichtstreu in die Fiktion eingebunden, was den Horror der damaligen Zeit sehr lebendig werden lässt. Das Buch ist definitiv kein Feelgood-Roman für die kalten Tage. Berührend und wichtig ist die Geschichte aber auf jeden Fall, damit wir auch in der heutigen Zeit Zivilcourage und Mitgefühl für Fremde weiterleben lassen.« SYLVIA LEE, JOYCE Magazin
Zusatzinformationen
  • ISBN: 9783775161541
  • Auflage: 12.07.2022
  • Seitenzahl: 448 S.
  • Maße: 13,5 x 21,5 x 3,7 cm
  • Gewicht: 680g
  • Preisbindung: Ja
  • Sachgebiet: Erzählungen/Romane

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Leseprobe

Bewertungen

  • 4/5 Sterne

    Mitreißende, packende und emotionale Geschichte über das Warschauer Ghetto

    Die Frage auf der Rückseite des Buches hat mich sehr nachdenklich gemacht: Wie weit würdest du gehen, um die zu schützen, die du liebst? Da mich interessiert hat, was es mit diesem Medaillon und der Entscheidung auf sich hat, wollte ich das Buch unbedingt lesen und ich habe es nicht bereut. Es ist ein Buch, dass extrem unter die Haut geht, das einen innerlich zerreißt und das auch gleich mehrmals. Ich habe schon einige Bücher über diese dunkle Zeit deutscher Geschichte gelesen, und doch habe ich das Gefühl gehabt, dass die Autorin mich mit ihrem flüssigen, angenehmen und doch ungeschönten Schreibstil direkt in die Zeit mitnimmt.

    Zu erfahren, wie Anfang 1939 das Warschauer Ghetto erbaut wurde, wie all die Gräuel an Juden begangen wurden auf die schlimmste, grausamste und entwürdigendste Art hat mich schockiert, sprachlos gemacht und gleichzeitig frustriert. Immer und immer wieder kam die Frage auf: Warum sind Menschen so grausam?

    Dieses Buch erzählt auf berührende Art die Geschichte des sehr sympathischen, tapferen Ehepaars Rosa und Itzhak Dunovich, die so glücklich über die Geburt ihrer Tochter Ania sind und alles daransetzen, ihre Familie zu schützen. Immer wieder spürt man diese Zerrissenheit – Pflicht oder Herz, ohne zu wissen, ob es überhaupt gut ausgeht, egal für was man sich entscheidet. Parallel dazu erlebt man die Geschichte von Sophie Kumiega, einer Engländerin, die aufgrund ihrer Heirat mit einem Polen auch in Warschau gelandet ist und heimlich für den Untergrund arbeitet, bis irgendwann beide Geschichten ineinanderfließen.

    Anfangs habe ich noch überlegt, wie beides zueinander passt, aber nach und nach ergibt sich ein Gesamtbild und das hat mich wirklich mitgerissen. Was beide Seiten erleben müssen, all die Kompromisse, die sie eingehen müssen, die ständige Angst verraten zu werden, von Menschen, denen man eigentlich vertraut, hat mich zutiefst berührt, aber auch der Ideenreichtum, aus der größten Not dennoch etwas für andere zu tun, obwohl es den eigenen Tod bedeutet.

    Besonders schön fand ich dabei, wie sie auf ihre ganz eigene Art das Gespräch mit Gott gesucht haben, ihn immer wieder um Hilfe, um Beistand, um gute Entscheidungen gebeten haben und dabei biblische Beispiele wie z.B. die Israeliten am roten Meer, ohne sichtbaren Ausweg und doch im vollen Vertrauen auf Gott, als Motivation und Stärkung genutzt haben.

    Diese großartige Kombination zwischen historischen Ereignissen und einer fiktiven Erzählung, die genauso hätte passiert sein können und absolut authentisch klar hat mich sehr begeistert. Auch die Bezugnahme auf Dr.Janusz Korczak, einem polnischen Kinderarzt und Kinderbuchautor, fand ich sehr berührend und hat mich dazu bewogen, die beiden Kinderbücher „König Hänschen“, auf die auch in der Geschichte Bezug genommen wird, zu kaufen. Was für eine Leistung und perfekt in die Handlung integriert.

    Gegen Ende hatte ich etwas Schwierigkeiten mit Sophies Reaktionen. Ich konnte es ein stückweit nachvollziehen, allerdings habe ich mich doch etwas über ihr Verhalten gewundert, das so völlig untypisch für sie war. Auch der Schluss ist anders als erwartet, aber genau das macht besondere Geschichten aus, weil nichts vorhersehbar ist, so viele Wendungen und Entwicklungen eingebaut sind, dass man gar nicht anders kann, als die Geschichte zu verschlingen und noch lange wirken zu lassen.

    Einen ganz besonderen Satz gab es, den ich mir fest eingeprägt habe. „Die Angst ist ein unschöner Feind. Lass sie einen Fuß in die Tür kriegen, und sie wird dein Leben kontrollieren.“

    Fazit: Ein emotionsgeladenes Buch, fesselnd, ereignisreich, es begegnet einen mit voller Wucht, als wenn die Erde bebt und zurück nur Asche und Erinnerungen bleiben. Es nimmt einen direkt mit ins Geschehen und lässt einen jede einzelne Sekunde miterleben, leiden, hoffen, trauern, kämpfen und weinen. Und gleichzeitig ist es noch so viel mehr, weil es Vergangenes wieder aufleben lässt, um zu warnen, zu lernen und nie zu vergessen, einfach weil wir es all den Opfern schuldig sind.
  • 4/5 Sterne

    Mitreißende, packende und emotionale Geschichte über das Warschauer Ghetto

    Die Frage auf der Rückseite des Buches hat mich sehr nachdenklich gemacht: Wie weit würdest du gehen, um die zu schützen, die du liebst? Da mich interessiert hat, was es mit diesem Medaillon und der Entscheidung auf sich hat, wollte ich das Buch unbedingt lesen und ich habe es nicht bereut.

    Es ist ein Buch, dass extrem unter die Haut geht, das einen innerlich zerreißt und das auch gleich mehrmals.

    Ich habe schon einige Bücher über diese dunkle Zeit deutscher Geschichte gelesen, und doch habe ich das Gefühl gehabt, dass die Autorin mich mit ihrem flüssigen, angenehmen und doch ungeschönten Schreibstil direkt in die Zeit mitnimmt.

    Zu erfahren, wie Anfang 1939 das Warschauer Ghetto erbaut wurde, wie all die Gräuel an Juden begangen wurden auf die schlimmste, grausamste und entwürdigendste Art hat mich schockiert, sprachlos gemacht und gleichzeitig frustriert. Immer und immer wieder kam die Frage auf: Warum sind Menschen so grausam?

    Dieses Buch erzählt auf berührende Art die Geschichte des sehr sympathischen, tapferen Ehepaars Rosa und Itzhak Dunovich, die so glücklich über die Geburt ihrer Tochter Ania sind und alles daransetzen, ihre Familie zu schützen. Immer wieder spürt man diese Zerrissenheit – Pflicht oder Herz, ohne zu wissen, ob es überhaupt gut ausgeht, egal für was man sich entscheidet.

    Parallel dazu erlebt man die Geschichte von Sophie Kumiega, einer Engländerin, die aufgrund ihrer Heirat mit einem Polen auch in Warschau gelandet ist und heimlich für den Untergrund arbeitet, bis irgendwann beide Geschichten ineinanderfließen.

    Anfangs habe ich noch überlegt, wie beides zueinander passt, aber nach und nach ergibt sich ein Gesamtbild und das hat mich wirklich mitgerissen. Was beide Seiten erleben müssen, all die Kompromisse, die sie eingehen müssen, die ständige Angst verraten zu werden, von Menschen, denen man eigentlich vertraut, hat mich zutiefst berührt, aber auch der Ideenreichtum, aus der größten Not dennoch etwas für andere zu tun, obwohl es den eigenen Tod bedeutet.

    Besonders schön fand ich dabei, wie sie auf ihre ganz eigene Art das Gespräch mit Gott gesucht haben, ihn immer wieder um Hilfe, um Beistand, um gute Entscheidungen gebeten haben und dabei biblische Beispiele wie z.B. die Israeliten am roten Meer, ohne sichtbaren Ausweg und doch im vollen Vertrauen auf Gott, als Motivation und Stärkung genutzt haben.

    Diese großartige Kombination zwischen historischen Ereignissen und einer fiktiven Erzählung, die genauso hätte passiert sein können und absolut authentisch klar hat mich sehr begeistert. Auch die Bezugnahme auf Dr.Janusz Korczak, einem polnischen Kinderarzt und Kinderbuchautor, fand ich sehr berührend und hat mich dazu bewogen, die beiden Kinderbücher „König Hänschen“, auf die auch in der Geschichte Bezug genommen wird, zu kaufen. Was für eine Leistung und perfekt in die Handlung integriert.

    Gegen Ende hatte ich etwas Schwierigkeiten mit Sophies Reaktionen. Ich konnte es ein stückweit nachvollziehen, allerdings habe ich mich doch etwas über ihr Verhalten gewundert, das so völlig untypisch für sie war. Auch der Schluss ist anders als erwartet, aber genau das macht besondere Geschichten aus, weil nichts vorhersehbar ist, so viele Wendungen und Entwicklungen eingebaut sind, dass man gar nicht anders kann, als die Geschichte zu verschlingen und noch lange wirken zu lassen.

    Einen ganz besonderen Satz gab es, den ich mir fest eingeprägt habe. „Die Angst ist ein unschöner Feind. Lass sie einen Fuß in die Tür kriegen, und sie wird dein Leben kontrollieren.“

    Fazit: Ein emotionsgeladenes Buch, fesselnd, ereignisreich, es begegnet einen mit voller Wucht, als wenn die Erde bebt und zurück nur Asche und Erinnerungen bleiben. Es nimmt einen direkt mit ins Geschehen und lässt einen jede einzelne Sekunde miterleben, leiden, hoffen, trauern, kämpfen und weinen. Und gleichzeitig ist es noch so viel mehr, weil es Vergangenes wieder aufleben lässt, um zu warnen, zu lernen und nie zu vergessen, einfach weil wir es all den Opfern schuldig sind.
  • 4/5 Sterne

    Berührender und zugleich grausamer Roman

    Warschau, 1939. Die Deutschen sind auf dem Vormarsch und drängen den Polen sich als Besatzermacht und somit Bestimmer auf. Das Leben wird zunehmend schwieriger, denn der 2.Weltkrieg hat begonnen. Doch besonders schlimm steht es um Polens Akademiker und Juden. Sie werden verfolgt und grundlos erschossen, genauso wie sehr viel polnische Literatur der Verbrennung zum Opfer fällt. In dieser Zeit heiraten Rosa und Itzhak und wünschen sich nichts sehnlicher als eine eigene kleine Familie und Rosa bringt unter üblen Bedingungen ein kleines Mädchen auf die Welt. Doch die Vertreibung der Juden in die Ghettos und die zunehmende Zuspitzung der Lage bringen Rosa letztendlich dazu ihr einziges Kind an Fremde zu geben, die sie vermeintlich retten können. Ausgestattet mit einem halben Medaillon um den Hals (die andere Hälfte behält Rosa), ein Teil eines Lebensbaums, hat Rosa so die Hoffnung ihre Tochter nach dem Ende aller Zerstörungswut und Krieg wieder zu finden.
    Gleichzeitig lebt Sophia in Warschau und sie möchte Familien und Kindern in schwierigen Situationen helfen, doch die Mitarbeit im Untergrund gestaltet sich ebenso sehr kompliziert, risikoreich und steht unter harten Bedingungen, doch Sophia gibt nicht auf und hilft unter Einsatz ihres Lebens sehr vielen Kindern und verschafft ihnen so ein Stück Normalität. Wie wird die Geschichte wohl für alle Beteiligten ausgehen?
    Der Roman „Das Medaillon“ stammt von der Autorin Cathy Gohlke, von der ich bisher noch nichts gelesen habe, die aber bereits einige Bücher veröffentlicht hat. Das Cover des Buches finde ich sehr schön, verweist es mit dem Medaillon und dem Davidsstern doch sofort auf den Grundgedanken der Geschichte, allerdings ist der Klappentext dagegen nicht vollständig gelungen. Das Buch braucht insgesamt, um Fahrt aufzunehmen, da man es, entgegen den Informationen des Klappentextes, mit zwei grundsätzlich verschiedenen Erzählsträngen zu tun bekommt, deren Zusammenhang sich leider sehr lange nicht erschließt, man ihn aber theoretisch vermuten könnte. Das Buch teilt sich in 2 große Teile ein, die von längeren bis kürzeren Kapiteln im Wechsel die Geschichte erzählen. Im Teil 1 geht es um die Kriegsgeschehnisse, im Teil 2 sind wir im Jahr 1946 angekommen. Die Teile werden manchmal durch längere, manchmal durch kürzere Kapitel gestützt – öfter wird Zeit und Ort angegeben, manchmal wird es langatmig, manchmal wird es gruselig spannend. Wenn Erzählperspektiven wechseln, werden sie auch häufig durch das Symbol des Lebensbaums abgetrennt, was dem Text eine hochwertige Note verleiht und somit gut für den Lesefluss ist und die Spannung aufrechterhält. Der Sprachstil ist überwiegend modern und recht gut zu lesen und zu verstehen, obwohl das gewählte Thema ein äußerst schweres und komplexes. Teilweise wirkt die Erzählweise etwas hölzern und kommt mir ein wenig zu langsam auf den Punkt, öfter hat man es mit Nebenpfaden zu tun, die leider nie komplett aufgelöst werden. Die Charaktere sind überwiegend authentisch und hervorragend ausgearbeitet, Sophia schwächelt zum Ende des Buches bzw. zum Ende hin kann ich mich am wenigsten mit ihr identifizieren, da sie einige Dinge tut, die für mich einfach nicht nachvollziehbar sind, wohl aber auf die Traumata zwecks Kriegs und Verfolgung geschoben werden können. Die Geschichte an sich ist bildreich geschrieben und man wird vor allem wegen der zahlreichen Gräueltaten immer wieder animiert weiterzulesen, teilweise kann man es kaum glauben, wie realistisch hier im Buch berichtet wird und man hat beinahe Angst gleich „selbst dran zu sein“. Obwohl ich schon so einige Bücher zum Thema 2.Weltkrieg und Judenverfolgung gelesen habe, haben mich manche Stellen des Buches regelrecht geschockt und bedrückt.
    Mein Fazit: Diese Lektüre ist gegen das Vergessen des Holocausts sehr gut geeignet und sollte meiner Meinung nach unbedingt gelesen werden. Der Roman ist facettenreich, grausam aber doch stellenweise voller Hoffnung. Von mir daher, wen diese Themen interessieren, eine unbedingte Leseempfehlung. Da die Geschichte aber stellenweise zäh ist und Sophia zum Schluss nicht so richtig für mich ins Bild passt, vergebe ich 4 von 5 Sternen.
  • 5/5 Sterne

    Erschreckend authentischer, schonungslos bedrückender Roman aus dem Warschauer Ghetto. Muss man gelesen haben!

    Buchinhalt:

    Polen 1939: Im Warschauer Ghetto bringt die junge jüdische Mutter Rosa eine kleine Tochter zur Welt. Im Grauen des Holocaust bleibt den Eltern keine andere Wahl: sie geben das Baby Fluchthelfern, um ihm so das Leben zu retten. Einziges Erkennungszeichen, um die Familie irgendwann wieder zu vereinen, ist ein goldenes Medaillon, dessen Hälften Mutter und Kind um den Hals tragen. Durch die Umstände von Flucht und Überleben kommt das Baby schließlich zu Sophia, die starke Gefühle für das jüdische Kind entwickelt – erst recht, als der leibliche Vater nach dem Krieg nach seinem Kind sucht....


    Persönlicher Eindruck:

    Vorab: der Roman enthält sehr explizite Passagen des Grauens, das der Holocaust über die Juden brachte. Das sollte man vor dem Kauf wissen. Es ist ein sehr authentischer und auch schonungsloser Roman, der den Leser mitnimmt in ein dunkles Kapitel deutscher – und auch polnischer Geschichte.

    Zunächst beginnt das Buch mit zwei separaten Handlungssträngen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Zum einen erzählt der Roman von Itzhak und Rosa, einem jüdischen Ehepaar, das hinter den Mauern des Warschauer Ghettos lebt und trotz Furcht um das eigene Lesen ein kleines Kind zur Welt bringt. Zum anderen die Geschichte von Sophia, die mit ihrer Freundin Terri heimlich Essen und Medikamente in das jüdische Ghetto schmuggelt und sich im Widerstand engagiert.

    Beide Handlungsstränge vereinen sich, als Sophia von einer Fluchthelferin das jüdische Baby in den Arm gedrückt bekommt. Das setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die schließlich bis weit nach Kriegsende nachhallen.

    Ich sage ganz offen: ein ähnlich schonungsloses, authentisches und mitreißendes Buch zum Thema Warschauer Ghetto und Holocaust wird es wohl kein zweites Mal geben. Die Geschichte hallt sehr lange nach und nimmt den Leser an vielen Stellen emotional mit bis an seine Grenzen. Dabei ist man als Leser ständig angehalten, zu reflektieren, wie man selbst wohl in einer solchen Situation entschieden hätte.

    Der christliche Aspekt ist dabei angenehm dezent und dennoch tragend in den historischen Kontext eingeflochten und beleuchtet Themen wie Nächstenliebe, Mitgefühl, Gottvertrauen und Hoffnung in einer Welt voll Hoffnungslosigkeit, Leid und Angst. Die Entscheidung, wie weit jeder Einzelne bereit ist, für die Angehörigen oder aber auch vollkommen Fremde zu gehen und das eigene Schicksal hinten anzustellen, zieht sich durch den Roman wie ein roter Faden.

    Ohne zu viel verraten zu wollen endet die Geschichte versöhnlich und gut, auch wenn die Brisanz und die Schrecken des Naziterrors für die jüdische Bevölkerung mich davon abhalten, von einem Happy End im klassischen Sinne zu sprechen. Der Schluss ist rund, aber dennoch so weit offen, um weiterführenden Gedanken Raum und dem Leser Stoff zum Nachdenken zu geben.

    Für mich ein wahres, wenn auch erschreckend-bedrückendes Lesehighlight, das im Kern auf mehreren wahren Begebenheiten fußt und das man unbedingt gelesen haben muss!
  • 5/5 Sterne

    Herzzerreissend und erschütternd

    "Wer dagegen verstieß, wurde erschossen. Aber die Gadomskis schienen auf einer anderen Ebene zu leben, sie gingen Risiken ein und ignorierten Gesetze, die ihnen nicht gefielen. Sie waren weder furchtlos noch leichtsinnig, aber manchmal taten sie so, als ob die neuen Gesetzte für sie nicht gelten würden." Buchauszug S. 30

    Inhalt:

    Als Rosa und Itzhak sich im Sommer 1938 in Warschau voller Liebe und Zuneigung, das Eheversprechen gaben, hatten sie keine Vorstellung davon, in welchen Umständen, sie ihre Familie gründen würden. Mitten im zweiten Weltkrieg kommt ihr langersehntes Wunder Ania in einem heruntergekommenen Ghetto zur Welt. Aber schon bald muss Rosa ihre geliebte Tochter loslassen, um ihr die Chance auf das Leben zu geben. Werden Mutter und Tochter sich jemals wiedersehen?

    Auf der anderen Seite der Ghettomauer lebt Sophie, eine Engländerin. Ihr polnischer Mann kämpft als Kampfpilot gegen die Deutschen. Auf sich allein gestellt trifft Sophie eine wahnsinnig mutige aber auch lebensbedrohliche Entscheidung.

    Meine Eindrücke:

    Obwohl dies nicht mein erstes Buch über den Zweiten Weltkrieg und insbesondere die Judenverfolgung war, hatte ich wirklich etwas Angst vor dieser Geschichte. Und tatsächlich hat Cathy Gohlke einen wahnsinnig herzzerreißenden und aufwühlenden Roman vorgelegt. Die Handlung konnte mich sehr schnell fesseln und auch die Buchfiguren sind mir in Rekordzeit ans Herz gewachsen. Jeweils im Wechsel wird die Geschichte von Rosa und Sophie erzählt. Das Leben der beiden Frauen läuft zunächst parallel, bis sich die beiden Handlungsstränge irgendwann kreuzen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und durch den jeweiligen Umschwung, auch viel besser zu ertragen. Denn der Autorin ist es besonders eindrucksvoll gelungen, dem Leser die Gefühle, ihrer Protagonisten nahe zu bringen. So füllte sich mein Herz mit Freude, über die Geburt von Rosas Tochter, und zog sich im gleichen Moment schmerzlich zusammen. Da ich ja bereits über den Klappentext wusste, dass sie das Kind irgendwann würde abgeben müssen.

    Auch die Gefahr durch Sophies Arbeit war regelrecht spürbar. Während des Lesens saß mir die Angst die ganze Zeit im Nacken und griff nach meinem Herz. Immer wieder kam mir der Gedanke, dass es tatsächlich so gewesen war. Cathy Golke hat die historischen Begebenheiten äußerst geschickt und glaubwürdig in ihre Geschichte aufgenommen. Durch die liebgewonnenen Charaktere wird das schreckliche Geschehen im zweiten Weltkrieg noch greifbarer. Man hofft und bangt unweigerlich mit. Und mit Schrecken stellt man an Hand der Jahrzahlen fest, wie lange der Krieg noch andauerte. Ich hatte ja keine Ahnung wie schlimm der Zweite Weltkrieg in Polen war. Die Buchseiten nahmen mich nur so gefangen und ich konnte nicht anders als dieses Werk zu verschlingen. Abschließend kann ich sagen, dass es wirklich keine leichte Kost war und einige Szenen sehr schmerzlich zu lesen waren. Man kann sich nur wünschen, dass man selbst richtig gehandelt hätte und so etwas nie wieder geschehen wird. Tatsächlich hat die Autorin das Unmögliche möglich gemacht und die Geschichte trotz des ganzen Leides und Grauens zu einem würdigen, hoffnungsvollen und bewegenden Ende gebracht.

    Mein Fazit:

    Ein Buch, dass einem sehr bewegt und nachdenklich zurück lässt. Diese Geschichte geht in die Tiefe des Herzens und man wird sie nicht so schnell wieder vergessen. Dankbar diese Zeit nicht erlebt zu haben, aber dankbar für diese starken Vorbilder von Frauen und Männer. Menschen, die bedingungslos liebten, unfassbar mutig waren, und die schwersten Entscheidungen ihres Lebens getroffen haben. Für dieses unglaublich mitreißende Buch kann ich gar nicht anders als 5 Sterne zu vergeben.
  • Da, wo es am meisten weh tut

    Man könnte auch sagen: da, wo es den meisten weh tat - in der Zeit, als die Nationalsozialisten an der Macht waren. Oh, sie haben den Menschen vielerorts sehr viel Leid zugefügt, aber es gibt durchaus einen Flecken Erde, wo sie von Anfang bis zum Ende zugange waren und besonders fies wüteten. Und das ist Polen. Dort ging es schon vor dem Krieg zur Sache, was Jagd auf Menschen und auf die Macht anging, der Krieg wurde dort angezettelt, die schlimmsten Konzentrationslager befanden sich dort und als ob das nicht ausreichte, ließen sich die Nazis weitere perfide Sammlungsformen, in denen sie vor allem Juden wie auch andere in ihren Augen unliebsame Zeitgenossen einsperren und quälen konnten einfallen. Allen voran das Warschauer Ghetto als Vorstufe zu den Lagern - das ist hier im Roman auch eine zentrale Handlungsebene.

    Dorthin wird das Ehepaar Rosa und Itzhak samt Rosas Mutter geschickt, dort wird ihre kleine Tochter Ania geboren und dort trennen sich die Wege der Familie wieder und verbinden sich mit denen der Engländerin Sophie, die quasi in Warschau festsitzt - ihr polnischer Ehemann Janek ist schon seit Jahren fort und sie hat keine Ahnung, ob sie ihn wiedersehen wird. Ihre eigene Familie, das ist in dieser grausamen Zeit ihr Antriebsmittel zum Überleben.

    Den Abschluss findet der Roman in England kurz nach dem Krieg, wo alle Fäden zusammenlaufen.

    Es ist ein ebenso schmerzhafter wie eindringlicher Roman, der uns nicht nur nach Polen, sondern auch nach Litauen führt und uns Lesern das ganze Grauen des Naziregimes offenbart. Aber die Autorin Cathy Gohlke schreibt auch von Menschlichkeit, Wärme und Gnade. Diese und viele andere Emotionen werden Leser durchleben, die bereit sind, sich dem Roman zu stellen. Was wirklich sehr viel Mut erfordert.
  • 5/5 Sterne

    Das Schicksal der Juden in Warschau

    Mit dem Roman "Das Medaillon" beschreibt Cathy Gohlke in einer zu Herzen gehenden Geschichte, das Schicksal der Juden in Warschau.

    Die Handlung setzt in Warschau um das Jahr 1939 ein. Sophie Kumiega ist eine in Polen lebende Engländerin. Ihr polnischer Ehemann Janek ist Kampfpilot. Mit Beginn des Krieges ist sie auf sich gestellt. Bei der Bombardierung Warschaus verliert sie nicht nur ihr ungeborenes Kind sondern auch einige wichtige Freunde.
    Als Engländerin bekommt sie beim Einmarsch der Nazis in Polen einen Unterschlupf und eine neue Identität. Als klar wird, dass ganz besonders die Juden unter der deutschen Besatzungsmacht leiden versucht Sophie einige Juden zu schützen. Die Nazis bauen speziell für die jüdische Bevölkerung ein Ghetto über das die Abtransporte nach Treblinka organisiert werden. Viele wissen nicht was dies bedeutet und so nimmt das Schicksal der Juden seinen schrecklichen Lauf.
    Rosa und Izhak sind Juden, die auch in diesem Ghetto wohnen müssen. Mit großen Entbehrungen lebt die kleine Familie als die hoch schwangere Rosa ihre kleine Tochter Ania zur Welt bringt. Izhak macht sich Sorgen um seine Eltern in Vilnius - Litauen, darum möchte er Frau und Kind nur für kurze Zeit verlassen, um nach dem Rechten zu sehen. Als er jedoch nicht wiederkehrt ahnt Rosa Schlimmes und sieht gleichzeitig, dass immer mehr Menschen abtransportiert werden. Sie ahnt, dass auch sie nicht verschont sein wird und trifft eine schmerzliche Entscheidung...

    Cathy Gohlke beschreibt auf eindrucksvolle Weise besonders die schlimmen Zustände zu Beginn des Einmarsches deutscher Truppen in Polen und die Brutalität, welche die Deutschen gegenüber der jüdischen Bevölkerung an den Tag legen.
    Die Armut und das Aushungern der Bevölkerung ist ein unerträgliches Vorgehen der Deutschen, das die Autorin solide und mit bester Recherche untermauert auf eindrucksvolle Weise dokumentiert.
    So beruhen große Teile des Romans auf schrecklichen Tatsachen.

    Ania, das Kind, hat von nun an zwei Elternpaare die sie von Herzen lieben. Sie ist ein Beispiel für viele Kinder die von ihrer Mutter lieber für eine kurze Zeit weggegeben wurden als sie dem sicheren Tod auszuliefern.

    Dieser Roman erzählt eine zu Herzen gehende Geschichte, in die viele wertvolle christliche Gedanken und Gebete eingewoben sind. Vergebung und Neuanfang aber auch eine große Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber der jüdischen Bevölkerung ist eines von vielen beeindruckenden und wertvollen Themen dieses sehr schönen Romans.
    "Das Medaillon" ist ein hervorragendes Werk von Cathy Gohlke, das durch seine fundierte Recherchearbeit überzeugt und das ich uneingeschränkt empfehlen kann.
  • 5/5 Sterne

    Äußerst emotionale Geschichte über tragisch-traurige Schicksale im 2. Weltkrieg!

    „Sophie sah zu Karolina hinunter, die ihre freie Hand in den Himmel hielt und versuchte, die herabfallende Asche aufzufangen.
    ,Schnee!‘, rief sie fröhlich. ,Wie im Märchenbuch!‘
    Es ist kein Schnee, und es ist kein Märchenbuch. Es sind Menschen, ihre Häuser, deine Familie! Sophie wollte schreien.“


    INHALT:
    Warschau, 1939: Die schwangere Sophie befindet sich in der Bibliothek, als die Bomben fallen. Janek und sie haben sich schon so lange nach einem gemeinsamen Kind gesehnt, sie muss das Ungeborene retten!
    Die Stadt versinkt im Chaos, die Straßen sind nicht mehr wiederzuerkennen, als auch direkt vor Sophie eine Bombe einschlägt. Ihre Wohnung ist zerstört.
    Wäre ihr Mann Janek doch nur bei ihr, doch dieser fliegt als Kampfpilot in diesem furchtbaren Krieg.
    Als seine Angehörige ist nun auch Sophie in Gefahr und muss sich versteckt halten.
    Nach und nach sterben immer mehr Menschen um sie herum. Es gibt Ausgangssperren, kaum noch zu Essen und Juden wird immer mehr verboten, sie kommen ins neu errichtete Ghetto, werden deportiert oder direkt erschossen.
    Für Sophie steht fest, dass sie helfen muss. Auch, wenn ihr dafür unter Umständen die Todesstrafe droht…

    Zur gleichen Zeit macht sich Rosa mit ihrem Mann Itzhak auf den Weg nach Warschau. Sie muss wissen, wie es ihrer Mutter nach dem Tod des Vaters geht! Doch als Juden sind sie den schlimmsten Schikanen ausgesetzt, immer mehr von ihnen werden ermordet und es wird immer gefährlicher für sie. Da bekommt Rosa ein Kind. Und als die kleine Familie sich schweren Herzens eines Tages trennen muss, kann Rosa nur hoffen und dafür beten, ihre Tochter, anhand der Medaillonhälfte um den Hals, nach dem Krieg wiederzufinden…

    „Wie böse - nein, wie schwer muss es sein, jeden Tag Kinder aus den Armen ihrer Mütter zu reißen. Wie grausam und gleichzeitig gütig - ist es, uns anzulügen, zu sagen, dass dieser Krieg einmal ein Ende hat, dass wir dann noch leben und unsere Babys wiedersehen werden.“


    MEINUNG:
    Zugegeben, anfangs fand ich das Buch zwar auch schon gut geschrieben, aber es war mir noch etwas zu nüchtern geschildert, irgendwie kamen die Emotionen der Protagonist*innen nicht richtig bei mir an, obwohl so sie sich mitten in dem schrecklichen Krieg befinden.
    Niemals hätte ich erwartet, dass das Buch hier noch eine 180-Grad-Wendung hinlegen und zum Highlight werden würde!
    Zuerst musste ich immer wieder pausieren, weil der Inhalt so traurig und bedrückend war. Irgendwann konnten mich die Schicksale der Figuren völlig für sich einnehmen. Es war immer wieder so herzzerreißend und traurig! Und gleichzeitig haben die Protagonist*innen so viel Mut und Stärke bewiesen, statt zu resignieren! Deren Entwicklungen haben mir richtig gut gefallen, auch wenn ich eine von ihnen später gerne geschüttelt hätte!

    Vor allem das Schicksal der Juden im 2. Weltkrieg wird thematisiert. Sie werden unterdrückt, deportiert, gequält und getötet. Sie versuchen, sich zu verstecken, mit dem wenigen Essen zu überleben und jedem der ihnen hilft, droht der Tod.
    Zudem steht das Schicksal jüdischer Kinder mit im Fokus des Buches. Neben den Protagonist*innen begegnet man dabei auch bekannteren Namen wie Janusz Korczak (Arzt, Kinderbuchautor & Pädagoge), der sich in dieser schweren Zeit bis zur Deportation um ein ganzes Waisenhaus mit Kindern kümmert.
    Noch mehr Aufmerksamkeit erlangt in dieser Geschichte Irena Sendler (Sozialarbeiterin & Krankenschwester), welche jüdischen Kindern hilft, sie versteckt und versucht, sie aus der Gefahrenzone zu ziehen.
    Über beide möchte ich unbedingt noch mehr lesen! Und dank des Austausches in einer Leserunde zu diesem Buch, bin ich auf den Titel „Der Engel von Warschau“ (über Irena Sendler) gestoßen, der definitiv von mir noch gelesen werden muss!
    Es ist erstaunlich, mutig und unglaublich bewundernswert, wie selbstlos sich all diese Menschen für andere Leute in Not eingesetzt haben! Und neben dem Glauben verschafft dies dem Buch hin und wieder auch einen kleinen Hoffnungsschimmer…

    Die Geschichte von Rosas Mann Itzhak, die Sequenz von Janusz Korczak und vor allem die Arbeit von Irena Sendler beruht (laut dem Nachwort) auf wahren Begebenheiten. Artikel und Berichte über diese Menschen, wurden von der Autorin in die Geschichte eingearbeitet.

    Auch wie die Handlungsstränge mit der Zeit ineinander verschmelzen, ist der Autorin ausgesprochen gut gelungen.
    Gegen Ende konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen, ich war regelrecht im Sog zwischen den Seiten versunken.
    Letztendlich hat mich die Geschichte so berührt und so beeindruckt, dass sie für mich zum Highlight wurde. Daran konnte auch ein vielleicht eher unwahrscheinlicher Zufall am Schluss, nichts mehr ändern. Denn dieses Ende habe ich nach all der Tragik, nach all den schweren Schicksalen und dem ganzen Leid, dringend gebraucht!


    FAZIT: Eine äußerst beeindruckende Geschichte über tragische und traurige Schicksale während des 2. Weltkrieges und über Menschen, die sich selbstlos für andere in Not einsetzen. Gegen Ende konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen und es wirkt noch lange in mir nach! 4,5/5 Sterne und ein Jahreshighlight!

    (CN: U. a. Krieg, Antisemitismus, Tod, Mord, Fehlgeburt, Mutterschaft, Flucht, viele Leichen)
  • 5/5 Sterne

    Absolut herzzerreißend und mitreißend!

    Voller Demut und Wehmut blicke ich zurück auf diesen Roman. Vor fast vier Wochen habe ich ihn beendet und trotzdem hallt er noch in mir nach. Besonders beeindruckt haben mich die Schicksale der Romanfiguren, deren Leben zu Beginn nichts miteinander zu tun haben. Bis sich die Handlungsstränge miteinander verknüpfen, braucht es eine Weile.

    Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. Die Kapitel enden häufig mit kleinen Cliffhangern und unterschwellig baut sich eine durch Vorahnungen genährte Spannung auf. Es gab einige Szenen, die mir das Herz zerrissen haben, in denen mir die Kehle eng wurde und Tränen in die Augen stiegen. Manchmal war ich kurz davor, den Roman abzubrechen, aber dann konnte ich es doch nicht. Ich bin der Autorin sehr dankbar, dass sie durch Perspektiv- und Erzählwechsel das Kopfkino der wirklich krassen und schlimmen Szenen abmilderte. Und noch dankbarer bin ich ihr, dass sie von diesen auf wahren Begebenheiten beruhenden Schicksalen, von mutigen polnischen Frauen und Männern und jüdischen als auch nichtjüdischen Müttern mit großen Herzen erzählt hat. Trotz aller Angst und Furcht lugen immer auch immer wieder ein kleine, hoffnungsvolle Lichtstrahlen in die abgrundtiefe Dunkelheit: Zusammenhalt, Glaube und Selbstlosigkeit.

    Auch wenn es in Bezug auf den inhaltlichen Zusammenhang vollkommen falsch klingen mag, ist dieser Roman für mich ein Jahres- und Lesehighlight.
  • 5/5 Sterne

    Berührendes Buch

    „...Er legt ihr die Hand auf den Rücken und dreht seine frisch angetraute Frau sanft und fest, wie er es beim Tanz tun würde. Dann legt er ihr die feingliedrige goldene Kette um den Hals...“

    Wir schreiben das Jahr 1938, als Itzhak und Rosa heiraten. Noch sehen sie die dunklen Wolken nicht, die bald über Polen aufziehen werden.
    Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Es ist aber kein leichtes Buch, denn sehr viele historische Ereignisse liegen dem zugrunde.
    Der Schriftstil passt sich den Gegebenheiten an. Er lässt viel Raum für die inneren Befindlichkeiten der Protagonisten.
    Die eigentliche Handlung beginnt mit dem Bombardement von Warschau im Jahre 1939. Sophie arbeitet in der Bibliothek. Sie ist Engländerin, aber ihrem Mann Janek nach der Hochzeit nach Polen gefolgt. Nach dem Einzug der Deutschen verschafft der Leiter der Bibliothek ihr und seiner Tochter eine neue Identität. Das wird ihnen das Leben retten. Er gibt ihnen manch Weisheit mit auf den Weg.

    „...Die Angst ist ein unschöner Feind. Lass sie einen Fuß in die Tür kriegen, und sie wird dein Leben kontrollieren...“

    Von ihrem Mann Janek, der in den Krieg zog, hat Sophie nichts mehr gehört.
    Itzhak und Rosa geben ihr Haus auf und ziehen ins Ghetto, als dort noch Wohnungen zu bekommen waren. Sehr anschaulich wird das Leben der jüdischen Bevölkerung beschrieben.

    „...Die Deutschen wollen, dass wir vergessen, wer wir sind und wem wir gehören. Nicht nur heute, sondern für alle Zeiten...“

    Wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter entscheidet sich Itzhak, eine günstige Gelegenheit zu nutzen, und nach seinen Eltern in Litauen zu sehen. Als es Rosa immer schwerer fällt, ihre Tochter zu ernähren, nutzt sie das Angebot eines Netzwerkes um Irene Sendler und gibt ihre Tochter Ania in fremde Hände. Sie hängt ihr die Hälfte des Medaillons um, das sie zur Hochzeit erhielt.
    In drei Handlungssträngen wird nun das Leben von Izthak, Rosa und ihrer Tochter erzählt. Dabei werden wichtige historische Gegebenheiten wie die Geschehnisse um das Warschauer Ghetto und die Liquidierung der jüdischen Bevölkerung in Litauen mit eingearbeitet. Gleichzeitig erfahre ich eine Menge unter den Widerstandskampf in Warschau außerhalb des Ghettos.
    Deutlich wird, dass viele in der harten Zeit durch ihren Glauben getragen werden. Er durchzieht das Buch wie ein roter Faden.
    Doch was wird nach dem Krieg? Wie geht eine Frau damit um, wenn sie in Kind, das sie fünf Jahre großgezogen und liebgewonnen hat, wieder hergeben soll? Die Autorin versteht es, die Zerrissenheit und die inneren Kämpfe sehr behutsam und ohne eigene Wertung wieder zu geben.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es arbeitet eine Stück Geschichte auf, indem es sie mit persönlichen Schicksalen verknüpft.
  • 5/5 Sterne

    Wenn Liebe so groß ist, dass sie loslässt

    Die Engländerin Sophie lebt wegen ihrem polnischen Ehemann in Warschau. Doch sie ist auf sich allein gestellt, denn er wurde eingezogen, und sie hat schon lange nichts von ihm gehört. Bei der Bombardierung der Stadt verliert sie alles. Wie gut, dass Freunde ihr Unterschlupf gewähren und ihr zu einem neuen Zuhause verhelfen. Mit der neuen Wohnung kommt eine neue Identität, denn ihr Mann gilt als Feind der neuen Befehlshaber.

    Doch es sind vor allem die Juden, die unter der Besatzungsmacht zu leiden haben. Nach und nach müssen alle ins Ghetto, nur um entweder dort zu verhungern oder abtransportiert zu werden.

    Auch Rosa und Itzhak müssen ins Ghetto. Dabei sind sie nur von Litauen nach Warschau gereist, um zu sehen, wie es Rosas Mutter geht. Aber auch wenn das Leben im Ghetto hart und entbehrungsreich ist, freuen sie sich, dass sie und ihre kleine Tochter in Sicherheit sind.

    Doch mit der Zeit sorgt sich Itzhak um seine Familie in Vilnius, darum macht er sich auf den Weg dorthin. Der Zeitpunkt seiner geplanten Rückkehr verstreicht. Ohne ein Lebenszeichen ihres Mannes, weiß Rosa nicht, was sie tun soll. Sie und ihre kleine Tochter werden mit Sicherheit abtransportiert oder gar getötet werden. Wenn doch wenigstens ihre Tochter gerettet werden könnte! Sie hat gehört, dass Kinder aus dem Ghetto rausgeschmuggelt werden, damit sie in Sicherheit sind. Aber wie kann sie ihre geliebte Tochter, ihr ein und alles, aufgeben?

    Diese Geschichte beginnt mit zwei Erzählsträngen, die sich langsam im Laufe der Geschichte verbinden. Die Nöte in einer besetzten Stadt werden eindrücklich vor Augen gemalt. Gerade die ersten Kapitel wirken trocken und emotionslos, vielleicht wegen der Schwere der geschilderten Ereignisse. Die Gräueltaten, die an den Juden und ihren Helfern verübt wurden, werden eindrücklich dargestellt. An vielen Stellen denkt man beim Lesen, das ist zu schlimm, um wahr zu sein. Und doch beruhen Teile dieser Geschichte auf wahre Begebenheiten.

    Es dauert bei diesem langen Roman etwas, bis die Charaktere Fleisch und Blut bekommen und mit ihren Motiven verstanden werden. Doch spätestens nach dem ersten Drittel ist die Erzählung spannend, vor allem wegen der dargestellten Gewissensnöte. Es gibt keine leichten Antworten auf die dargestellten Fragestellungen. Vor allem diese: Wer hat das Recht die Elternrolle eines Kindes einzunehmen – die leiblichen Eltern, oder die einzigen Eltern, die das Kind kennt?

    Fazit: Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Spannend und schonungslos wird von den Gräueltaten, die im Dritten Reich an den Juden verübt wurden, erzählt – und das eingebettet in einer Geschichte, die schwere Fragen nach Mutterschaft, Ehrlichkeit und Vergebung aufwirft. Sehr empfehlenswert!
  • 5/5 Sterne

    Hoffnung auf ein Wiedersehen

    "Das Medaillon" ist ein fesselnder Roman voller Emotionen, großem Schmerz und starken Frauen.

    Frauen, die in schweren Zeiten alles gegeben haben und die ich bewundere. Auch dieses Buch ist von echten und "normalen" Menschen inspiriert, es spricht über die Erlebnisse wertvoller Menschen, über ihr Leben und ihr Lieben.

    1939 liegt Warschau in Trümmern. Rosa und Itzhak Dunovich, ein junges jüdisch-polnisches Paar, steht vor vielen schwierigen Veränderungen.
    Der Umzug ins Ghetto, der Tod an allen Ecken, der Hunger und die Entmenschlichung und mittendrin Ania, ihr kleines Töchterchen.

    Außerdem geht es noch um Sophie Kumiega
    Sophie muss alleine zurecht kommen da ihr Mann Kampfpilot ist. Jeder Tag ist ein Kampf ums überleben und doch muss sie beobachten das es den Juden immer noch schlechter geht als ihr.

    Sie beobachtet und erlebt schreckliche Dinge und muss sich dann entscheiden wie sie mit dem allen umgehen möchte und sie entscheidet sich zu helfen. Trotz Lebensgefahr, vielen Ängsten möchte sie für Menschen in Not da sein.

    Rosa und Itzhak sind als ganz schlichtes und sympathisches Paar beschrieben, sehr liebenswert und interessant.

    Beide Charaktere sind gut und vielschichtig ausgearbeitet, ich konnte mich gut in sie hineinversetzten da sie mir so vertraut schienen.
    Ihre Ängste und den Schrecken habe ich fast zu meinen gemacht. Manches war fast zu schlimm - aber es gibt auch keine beschönigenden Worte für die Schoah.

    Manches Mal saß ich da, Tränen in den Augen und die Hand vor dem Mund. Es hat mich mitgerissen und tief bewegt.

    Auch Sophie fand ich sympathisch. Sie steht für viele Frauen der damaligen Zeit und mir gefiel das sie so menschlich und natürlich beschrieben ist.
    Mit Ecken, Kanten, Fehlern, Versagen, Egoismus aber auch einem großen Herzen voller Liebe. Und ja, das passt alles zusammen.

    Diese Punkte haben es mir aber so leicht gemacht sie zu verstehen, mich mit ihr zu identifizieren und mit ihr zu leiden.

    "Das Medaillon" ist ein wunderbarer Roman der die Gefühle, Ängste, den Schmerz und die Verzweiflung genauso wie die Kraft, die Stärke und die Hoffnung, die ganze Stimmung der Zeit, phänomenal in Worte fasst. Dieses Buch geht unter die Haut und wühlt das Herz auf.

    Es hat ein schweres Thema, ist aber leicht und flüssig zu lesen. Man fliegt so durch die Seiten und möchte immer weiter wissen wie es diesen drei Hauptprotagonisten so ergeht.

    Dieses Buch ist für mich ein Highlight geworden.
    Cathy Gohlke ist ein grandios recherchierter Roman gelungen der Einblicke in schwere Tage der Geschichte Polens gibt.
    Ich glaube, ich habe noch kein besseres Buch zu diesem Thema gelesen.

    Wer also mehr lesen möchte als eine zarte Liebesgeschichte, wer sich also mit der Zeit des zweiten Weltkrieges in Polen beschäftigen möchte und wer "gegen das Vergessen" ist sowie normalen Menschen die heldenhaftes geleistet haben Respekt erweisen möchte - der sollte dieses Buch lesen.

    Jeder Moment lohnt sich und ist wertvoll.
  • 5/5 Sterne

    Mutterliebe... Absolut empfehlenswerter Roman zur Geschichte der Judenverfolgung ab 1939 in Polen.

    Der Roman „Das Medaillon“ der Autorin Cathy Gohlke basiert auf wahren Begebenheiten und zeigt all die Schrecken der Judenverfolgung ab 1939 in Polen.

    Rosa und Itzhak sind glücklich verheiratet und schon bald soll ihr erstes Kind auf die Welt kommen. Doch als Juden in Warschau sehen sie sich der immer größer werdenden Gefahr durch die Verfolgung gegenüber. Das Schicksal trennt sie und jeder für sich muss folgenschwere Entscheidungen treffen.

    Sophie, als Engländerin mit einem polnischen Piloten verheiratet, der im Exil ist, verliert in den ersten Kriegstagen ihr Kind. Allein in Warschau ist sie zutiefst berührt vom Schicksal der Juden und versucht zu helfen, wo es ihr möglich ist. Doch die Gefahr für Helfer ist nicht weniger groß als für die Juden selbst. Wird sie ihren Janek jemals wiedersehen? Lebt er überhaupt noch und wird sie den Krieg überleben?

    Die Autorin Cathy Gohlke schildert das Schicksal der beiden Frauen und ihrer Familie zutiefst emotional und bewegend. Schon beim Lesen kam mir der Verdacht auf, dass es sich teilweise um wahre Schicksale handeln könnte, so ergreifend und erschreckend es auch ist. Leider wurde diese Vermutung im Nachwort bestätigt. Ich habe schon mehrere Bücher über die Verfolgungen gelesen, doch nur wenige in Romanform. Der Autorin gelingt es Wahrheit und Fiktion hervorragend zu verbinden, was dem Schmerz beim Lesen aber nicht nimmt. Im Gegenteil!

    Der Schreibstil von Cathy Gohlke liest sich sehr gut und fesselnd. Dadurch, dass die Geschichten der beiden Frauen größtenteils alternieren, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Die Charaktere ihrer Protagonisten baut die Autorin hervorragend und nachvollziehbar auf. Insbesondere die Gedanken, Gefühle und Entscheidungen werden hervorragend herausgearbeitet. Auch die Settings sind (leider) sehr realistisch und bildhaft beschrieben, was das Leid noch einmal mehr verdeutlicht. Die Themen „(Mutter-) Liebe und Vergebung“ sowie die Gemeinsamkeiten vom Christen- und Judentum werden aus meiner Sicht gelungen dargestellt. So wird aus diesem Roman nicht nur eine wertvolle Erinnerung an eine Zeit, die wir hoffentlich nie wieder erleben müssen, sondern zugleich ein Aufruf sich gegen Hass, Gewalt und Antisemitismus zu wenden. Ein Buch, das ich vielen Menschen ans Herz legen möchte.

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